Die Lösungsansätze von Politikern sind immer so schön einfach wie ihr Weltbild! Hat doch unser besonderer Freund und Förderer Herr Dr. Lauterbach MdB endlich die wahren Wurzeln der Sprechstundenmisere herausgefunden. Ärzte sollten Mittwochs und Freitagnachmittags und schon gar nicht an Wochenenden ihre Schaffenskraft auf den Golfplätzen der Republik vergeuden, sondern in ihren Praxen und die Zeit in den Dienst ihrer Patienen stellen!

Der Mann hats wirklich drauf. In das gleiche Horn blasen dann die hochdotierten Kassenoberen, wobei der Service der Krankenkassen sich in den letzten Jahren zunehmend auf ahnungslose Callcenter reduziert hat. Versuchen sie bitte einmal ab 16.00 einen Kassenmitarbeiter zu erreichen. Glatte Felhanzeige und an den Wochenenden? Auch nicht!Ein Skandal. Die fahren am Freitag mittag einfach nach Hause und kümmern sich nur noch um die Sachen, die ihnen Spass machen, wie in den Baumarkt gehen oder auf dem Fußballplatz fachsimpeln oder sich einfach der Familie widmen.

Haben sie schon einmal gehört, dass den Kassen die Mitarbeiter ausgehen? Kaum! 

Dass es aber immer weniger Mediziner gibt, die in die Niederlassung gehen mit vollem wirtschaftlichem Risiko, gegängelt von immer weiter ausufernden Vorschriften, Bürokratie und den berüchtigten Budgets (heisst soviel wie kein Geld mehr übrig für geleistete Arbeit) dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben.Jetzt schreit die Politik nach dem guten alten Hausarzt, den sie aber jahrzehntelang als Barfußmediziner und bei den ganzen Hochspezialisten eigentlich als überflüssig befunden hatte. Deshalb stehen die Hausärzte mit den Kinderärzten ja auch am Ende der Honorarskala. Ist ja klar, wenn sie auch keiner braucht!

Jetzt klopfen sich Politiker wie Josef Laumann MdL auf die Schultern, dass die Uni Bielefeld eine medizinische Fakultät bekommen soll, die 2020 in Betrieb geht. Problem erkannt, Problem gelöst.

Haben wir denn da nicht etwas vergessen? Au ja, die Regelstudienzeit eines Mediziners beträgt wenn alles gut geht  12 Semester und dann folgen noch 4-5 Jahre Facharztausbildung. Also summa summarum stehen die ersten Hausarztaspiranten dann ab dem Jahr 2030 zur Verfügung. Und bis dahin?

Haben wir doch noch viele Hausärzte, die bis über das Verfallsdatum praktizieren können und Ärzte sterben eh meist früher, so dass sie ihre Rente sowieso nicht mehr erleben!

Aber der genialste Plan ist doch der: Wenn wir zu wenig Ärzte haben, dann lassen wir doch diejenigen, die noch arbeiten einfach mehr Sprechstunden machen! Die werden dann so gut bezahlt , dass sie sich darum schlagen werden auch Nachts noch zu praktizieren. Und wenn nicht, dann nehmen wir  einfach denen das Geld weg, die nicht mitmachen wollen, damit wir diejenigen bezahlen können, die brav dem Leithammel Jens Spahn seines Zeichens deutscher Gesundheitsminister in die ewige Arbeitsglückseeligkeit folgen wollen.

Sie sind der Meinung das wäre jetzt alles zynisch?

Nein, denn wirklich zynisch ist es auf der einen Seite mehr Leistung und Zuwendung für die Patienten zu fordern und gleichzeitig gegen die Hessener Hausärzte einen Regress auszusprechen, da sie angeblich zu viele Hausbesuche gefahren sind. 

So werden in Deutschland Probleme heutzutage elegant gelöst!